magic garden paeonies

Rottaler Pfingstrosen verzaubern

Heinz Enzinger-Panitz
Aussergernwallen 3
94166 Stubenberg

Telefon: 08574 - 919 779
Email: info@paeonies.com

Geschichte

Vom wundersamen Wandel der Päonie, unserer guten alten Pfingstrose, von der einstigen Apothekerpflanze und etwas plumpen Allerweltsblume zum begehrten Sammelobjekt. Zu Lebzeiten des schwedischen Naturforschers Carl von Linnè (1707-1778) kannte dieser nur eine einzige Päonienart: Paeonia officinalis, unsere Bauernpfingstrose. Diese kam aus dem südeuropäischen Raum über die Klostergärten in unsere Gartenbeete. Hier wurden sie bis Ende des 18. Jahrhunderts in Kloster- und Bauerngärten als Heilpflanzen kultiviert und bei vielerlei Gebrechen wie Gicht, Epilepsie oder auch zum stillen der Blutungen verwendet. Es waren Horste bildende Stauden mit attraktivem dunkelgrünem Laub und blutroten, einfachen Blüten. Ihre Artbezeichnung drückt bereits aus weswegen sie gezogen wurden. Offizinell bedeutet: „als Heilmittel anerkannt".

Das heißt jedoch nicht, dass die Pfingstrosen nicht damals schon wegen ihres Aussehens geschätzt wurden. Da man sie regelmäßig durch Samen vermehrte, traten im Laufe der Zeit die ersten Pflanzen mit gefüllten Blüten auf. Die Züchter kennt man jedoch nicht. Trotzdem sei ihnen für die wunderbaren Sorten gedankt, die bis heute nichts von ihrem Reiz verloren haben. Auf den opulenten Blumenbildern des Barock tauchen sie immer mal wieder auf. Richtig in Szene gesetzt hatte sie allerdings ein Meister der Renaissance. Martin Schongauer, der bedeutendste deutsche Maler vor Albrecht Dürer, verewigte die bäuerliche Päonie 1473 in seinem Bild „Maria im Rosenhag“, heute noch zu bewundern in der St. Martinskirche im elsässischen Colmar. Vor dem Rosenspalier im Hintergrund richtet Maria, ihr Kind im Arm haltend, nachdenklich den Blick auf eine voll erblühte Pfingstrose, die ihr links im Bild entgegen zu wachsen scheint. Die Pfingstrose als schönste aller Rosen, eine Rose nämlich ohne Dornen.

Diese fromme Huldigung wird jedoch gänzlich in den Schatten gestellt von der Verehrung, die die Päonie seit jeher in China genießt. Dort wird sie bereits seit zweitausend Jahren begehrt, gezüchtet und teuer verkauft. Hier handelt es sich jedoch in erster Linie um die feine Schwester unserer Bauernpfingstrose, die Edelpfingstrose, auch Chinesische Pfingstrose genannt, Paeonia lactiflora. Diese exquisiten Blumen sind in Asien heimisch. Im China des ersten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung waren von dieser Art schon Sorten bekannt, hauptsächlich weiße und rote, die bereits 536 beschrieben wurden. Dort war die Päonie von jeher die Königin der Blumen schlechthin. Zu manchen Zeiten hatte die Päonie als Mitgift oder Erbstück den Wert von purem Gold.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Paeonia lactiflora Sorten in Frankreich eingeführt und von da an begann eine der schönsten Epochen des europäischen Gartenbaues. Die Indische Handelsgesellschaft (1719-1794) führte diese Pflanzen als erstes in Europa ein. Als nur eine von vielen, der bedeutenden französischen Gärtnereien von damals sei die Familie Rivière genannt, welche bis heute besteht.

Pionier der deutschen Päonienzucht war Max-Josef Goos (1858-1917), der in Niederwalluf am Rhein eine Gartenbaufirma gründete und später mit einem Teilhaber als Goos & Koenemann, Staudengärtnerei und Baumschulen über 40 Pfingstrosensorten auf den Markt brachte. Besonders berühmt wurden dabei seine z.T. noch heute kultivierten Maler Päonien, einfachblühende Sorten, welche allesamt nach berühmten Malern benannt sind. Hierzulande schätzte man die asiatische Verwandte unserer heimischen Pfingstrose durchaus als interessante Gartenpflanze. Den Status und die Verbreitung wie in China indes erreichten sie hier nie. Dies mag ganz pragmatische Gründe haben, denn Päonien verlangen Geduld. Es kann Jahre dauern bis sich die Pflanze an einem Ort eingelebt hat und üppig blühen mag. Fühlt sie sich erst einmal wohl, will sie aber auch nicht wieder weg. Kein Gewächs also für Gärtner die ständig umpflanzen wollen.

Beherzigt man ihre Vorlieben, so ist die Päonie gar nicht so schwierig, was man mittlerweile auch im Westen erkannt hat. Vor allem mit dem zunehmenden Interesse am japanischen Gartenstil hielt auch die alterwürdige Asiatin wieder mehr Einzug in unsere Gärten. Zudem erfreut sich der Japanische Blütentyp bei den Freunden der Pfingstrose immer höherer Beliebtheit. In den USA erlebte die Päonie im zwanzigsten Jahrhundert einen regelrechten Boom. Und es wurde gekreuzt und gezüchtet. Gerade durch das Einkreuzen von Wildarten wurden ganz neue Typen und Farben bei den Päonien geschaffen. Diese Welle schwappt die letzten Jahre auch verstärkt nach Deutschland herein. Auch hier kann man mittlerweile die neuesten Züchtungen aus der Neuen Welt in wunderbaren Farben wie Gelb-, Orange-, Lachs- oder Korallentönen erstehen. So sind auch die Pflanzenliebhaber wieder auf die Päonie gekommen und durch die vielen Sorten, annähernd fünftausend, ist für jeden Geldbeutel etwas dabei.
Aber Vorsicht! Die Sammelleidenschaft hat einen schnell gepackt.

Literatur für Einsteiger:

"Pfingstrosen" von Gerda Tornieporth,
BLV Verlag, ISBN 3-405-16360-9, Preis 7,95 Euro

"Pfingstrosen" von Jean-Luc Rivière,
Ulmer Verlag, ISBN 3-8001-4139-6, Preis 9,90 Euro

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